Wir verlassen den Campingplatz in Saulkrasti, weil er sehr schlechte Sanitäranlagen bietet und auch der Strand nicht gepflegt wird. Wir fahren ca. 130 km weiter nördlich nach Pärnu und erreichen erstmals Estland.

Estland ist das kleinste der drei baltischen Staaten und hat mit ca 1,3 Mio. Einwohner auch die geringste Einwohnerzahl. Auch die Sprache setzt sich deutlich von den anderen baltischen Staaten ab: Während die estländische Sprache zum finno-ugurischen Sprachraum gehört, zählen die lettische Sprache zur balto-slawsichen und die litauische Sprache zur Indo-europäischen Sprachfamilie.

In Pärnu mieten wir uns für 3 Tage auf einem kleinen Campingplatz zwischen Ostsee und dem Fluß Pärnu ein, der viel von finnischen Gästen besucht wird. Pärnu selbst ist eine Küstenstadt im Südwesten Estlands an der Rigaer Bucht mit etwa 50.000 Einwohner und wird auch „Sommerhauptstadt Estlands“ genannt.  Es ist der wichtigste Bade- und Kurort des Landes und mit seinen langen Sandstränden (ca. 3 km), bekannt für Spa‘s, Moorbäder und Erholung seit dem 19. Jh.  …und wie schon viele Orte auf unserer Reise, Pärnu war Mitglied der Hanse, wurde zeitweise vom Deutschen Orden beherrscht und hatte auch wechselnde Zugehörigkeiten, mal Schweden, mal Polen, mal Russland. 

Hier eine kleine Elefantenfamilie in grünem Samt; aber überall im Stadtbild tauchen Elefanten auf, mal größer und mal kleiner oder komplette Elefantenfamilien.

Dazu gibt es eine passende „Legende“, das Pärnu schon seit Jahrhunderten ein Ort für Erholung ist – mit Meer, Bädern und Kuren. Mitte des 20. Jahrhunderts sollen plötzlich mysteriöse Elefanten in Pärnu aufgetaucht sein. Sie hätten im Meer gebadet und im Sand „Schlamm“ erzeugt, der später sogar für Heilanwendungen genutzt wurde. Schließlich „entschied“ sich ein Elefant, am Strand zu bleiben – quasi als Teil der Stadt. Später kam noch eine ganze Elefantenfamilie dazu.

Tatsächlich sind die Elefanten kein Zufall, sondern wohl Teil einer kreativen Stadtgeschichte – irgendwo zwischen Legende, Humor und moderner Kunstaktion.

Auch hier in Pärnu sieht man noch viele Holzhäuser in der traditionellen Bauweise, mal schlicht, mal reich verziert und mal mehrgeschossig. Die Gründe sind klima- und rohstoffbedingt:

  • Große Wälder → Holz war jahrhundertelang der wichtigste Baustoff
  • Typisch sind Blockhäuser (Blockbauweise) aus übereinandergelegten Stämmen
  • Oft kunstvoll verziert (besonders in Lettland)
  • Holz reguliert Feuchtigkeit gut – ideal für das wechselhafte Klima

Heute ist der 16.06. Um einige Reparaturen am Camper durchführen zu lassen, war ich heute mehrere Stunden in der Werkstatt. Es wurden die Wasserpumpe für die Wasserversorgung sowie die Zusatzbatterien ausgetauscht. … eine sehr teure Angelegenheit!

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