Helsinki
Der letzte Abschnitt unserer Reise beginnt. Es ist der 1. Juli und wir verlassen Tallinn, Estland und das Baltikum mit der Fähre nach Helsinki um 10:30 Uhr. Die Fahrt zum Fährhafen verläuft problemlos und nach 2 Stunden Fährzeit sind wir In Finnland angekommen. Der gebuchte Campingplatz, Rastila Camping, liegt ca. 14 km außerhalb der Innenstadt auf einer Halbinsel, direkt am Meer. Durch einen Metro – Bahnhof in der Nähe, ist der Platz sehr gut angebunden. Nach dem Einchecken unternehme ich als eine Fahrradtour um die kleine Halbinsel. Hervorragende Rad- und Wanderwege, überall kleine Yachthäfen und kleine Badestände zeigen, dass wir hier einen idyllischen Ort gefunden haben.
Am nächsten Morgen beginnen wir die Erkundung Helsinki; wir buchen eine Dreitageskarte für alle öffentlichen Vekehrmittel und starten in das letzte Reiseabenteuer.
Helsinki ist die Hauptstadt von Finnland und liegt malerisch an der Küste des Finnischen Meerbusens. Die Stadt wurde 1550 gegründet, entwickelte sich aber erst im 19. Jahrhundert unter russischer Herrschaft zur bedeutenden Metropole. Seit der Unabhängigkeit Finnlands im Jahr 1917 ist Helsinki das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.
Typisch für Helsinki ist die Mischung aus nordischer Natur und moderner Urbanität: Wälder, Parks und über 300 Inseln prägen das Stadtbild ebenso wie klare Architektur, Design und ein hohes Maß an Lebensqualität. Die Stadt gilt als eine der lebenswertesten Europas und ist bekannt für ihre innovative Kulturszene, ihre Saunakultur und ihre Nähe zum Meer.
Wir beginnen mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Dom, der über dem Senatsplatz thront. Der weiße klassizistische Bau ist eines der meistfotografierten Motive Helsinkis.




Den zweiten Tag beginnen wir mit dem Besuch des Kiasma – Museums, ein Museum für moderne Kunst und interaktiven Ausstellungen. Auch hier stell ich mir bei vielen Ausstellungsstücken, wie so häufig in modernen Musen, die Frage, „ist das Kunst oder kann das weg“

Das Kiasma liegt mitten im modernen, repräsentativen Zentrum von Helsinki – direkt an der breiten Hauptstraße Mannerheimintie. Die Umgebung wirkt offen und lebendig und architektonisch spannend. Gleich gegenüber erhebt sich das liegt Parlamentsgebäude Helsinki, ein klassizistischer Bau mit breiter Freitreppe. Nur wenige Schritte entfernt steht die futuristische Oodi Bibliothek, ein beliebter Treffpunkt mit viel Glas und Holz; Richtung Norden erreichst du die elegante Finlandia-Halle von Alvar Aalto am Wasser der Töölönlahti.

Der Besuch der Oodi – Bibliothek ist ein Erlebnis, offene große Räume, ein Cafe mit tollem Blick über den Park und überall Sitzmöglichkeiten zum Schmökern oder Mitmachen. Besonders auffällig die vielen Angebote zum Lernen: Computer, 3D – Drucker, Fotoprinter, Nähmaschinen und -kurse, Schachtische etc. Vielleicht ein Beispiel für für gute Lernangebote und der Grund, warum Finland ein so gutes Bildungsranking besitzt.



Am zweiten Tag besuchten wir u.a. die Suomenlinna-Festung. Nach einer kurzen Bootsfahrt vom Anleger am Markt sind wir in 15 Minuten angekommen. Die Festung gehört zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Helsinkis. Suomenlinna ist keine einzelne Burg, sondern ein weitläufiges Festungssystem, das sich über sechs miteinander verbundene Inseln erstreckt. Diese Lage mitten im Meer macht sie strategisch und landschaftlich außergewöhnlich. Die Festung wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Sie gilt als eines der bedeutendsten Beispiele europäischer Militärarchitektur des 18. Jahrhunderts. Suomenlinna erzählt die Geschichte von gleich drei Epochen:




- Schwedische Zeit (ab 1748): Bau als Seefestung gegen Russland
- Russische Herrschaft: Ausbau und militärische Nutzung
- Finnische Zeit: Heute kulturelles Erbe und Wohnort

Das Besondere: Suomenlinna ist kein reines Museum. Etwa 800 Menschen leben dort – mit Wohnungen, Schule, Werkstätten und kleinen Cafés. Geschichte und Alltag verschmelzen hier. Es bietet eine Kombination aus Tunneln, Bastionen und alten Kanonenstellungen


Am nächsten Tag sind wir erneut mit der U-Bahn in der Innenstadt und besuchen die Uspenski – Karthedrale und die Felsenkirche.
Die Uspenski-Kathedrale ist eines der markantesten Bauwerke in Helsinki und ein wichtiges Symbol der orthodoxen Kirche in Finnland. Sie thront im Stadtteil Katajanokka auf einem Felsen, weithin sichtbar über Helsinki. Gebaut aus rotem Backstein wurde sie 1868 eingeweiht, als Finnland ein Teil de russischen Reiches war und diente ursprünglich als Machtsymbol. Sie ist die größte orthodoxe Kirche in Nord- und Westeuropa Und ist der entschlafung Mariens gewidmet („Uspenie“)

Die Felsenkirche von Helsinki (offiziell Temppeliaukio-Kirche) gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der finnischen Hauptstadt – und ist architektonisch weltweit einzigartig.


- Die Kirche wurde direkt in einen Granitfelsen hineingesprengt und gebaut.
- Außen ist sie deshalb eher unscheinbar – wie ein flacher Felsen im Stadtbild.
- Innen eröffnet sich jedoch ein beeindruckender, runder Raum mit naturbelassenen Felswänden.
- Sie wurde 1969 fertiggestellt, ist etwa 13 Meter hoch und aus rohem Naturstein gebaut. Das markanteste Element ist die Kupferkuppel mit rund 180 Fenstern. Dadurch fällt natürliches Licht von oben ein und erzeugt eine ruhige, fast mystische Stimmung. Sie soll darüberhinaus durch die Felswände eine außergewöhnlich gute Akustik haben; leider konnten wir dort kein Konzert besuchen.
Zum Abschluss flanierten wir auch noch durch Esplanadi-Park; er ist einer der bekanntesten und beliebtesten Orte im Zentrum von Helsinki – eine Mischung aus Park, Promenade und Flaniermeile.



















































































