Vilnius
Nach 2 Tagen in Lyck, mit schöner Fahrradtour um den See und vielen Ruhephasen, fahren wir weiter nach Vilnius, der Hauptstadt Litauens. Litauen ist das größte der baltischen Länder und war historisch eine europäische Großmacht im Mittelalter. Es wurde stark geprägt durch Fremdherrschaft (Russland/Sowjetunion), ist jedoch heute ein modernes, pro-europäisches Land. Litauen und der deutsche Orden haben eine lange gemeinsame Geschichte.
Das Großfürstentum Litauen war der letzte große heidnische Staat Europas. Der deutsche Orden, als Christlicher Kreuzritterstaat, wollte das Baltikum missionieren und führte Kreuzzüge gegen Litauen. Litauen jedoch verteidigte seine Unabhängigkeit und Religion. Der Wendepunkt war die Schlacht bei Tannenberg 1410. Litauen und Polen besiegen den Orden entscheidet. Der Orden verliert seine Vormachtstellung.
In Vilnius angekommen, erleben wir eine quirlige, lebendige Stadt und nicht so „überlaufen“ wie Danzig mit herrlich restaurierten Bauwerke, kleine Gassen mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants. Wir sind überrascht, wie modern sich Vilnius präsentiert.
Sie zählt zu den ältesten und kulturell reichsten Städten Osteuropas. Ihre historische Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist besonders für ihre barocke Architektur bekannt.
Vilnius wurde erstmals im Jahr 1323 vom Großfürsten Gediminas urkundlich erwähnt. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich die Stadt rasch zum politischen Zentrum des mächtigen Großfürstentums Litauen, das im Mittelalter eines der größten Reiche Europas war. Die Stadt war von Anfang an ein multikulturelles Zentrum, in dem Litauer, Polen, Deutsche, Juden und Ruthenen zusammenlebten.
Im 16. Jahrhundert erlebte Vilnius eine kulturelle Blüte:
- Gründung der Universität Vilnius (1579)
- Bedeutendes Zentrum von Bildung, Religion und Handel
- Stark geprägt durch den Barockstil, weshalb Vilnius oft „Rom des Nordens“ genannt wird
Die Stadt war auch ein wichtiges Zentrum jüdischer Kultur und wurde als „Jerusalem des Nordens“ bezeichnet. Im Laufe der Geschichte wechselte Vilnius mehrfach die Zugehörigkeit, zuerst Teil der polnisch-litauischen Union, nach den Teilungen Polens unter russischer Herrschaft und im 20. Jahrhundert umkämpft zwischen Polen und Litauen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die jüdische Bevölkerung im Holocaust fast vollständig ausgelöscht.
Anschließend war Vilnius Teil der Sowjetunion, bis Litauen 1990 seine Unabhängigkeit wiedererlangte. Heute ist Vilnius ein politisches und wirtschaftliches Zentrum Litauens, wichtiger Standort für Technologie und Start-ups sowie kulturelles Zentrum mit Festivals, Museen und lebendiger Kunstszene. Die Stadt verbindet auf einzigartige Weise mittelalterliche Geschichte und moderne Dynamik.
Mit Unterstützung eines Audioguides besichtigen wir die Sehenswürdigkeiten in Vilnius:
1. Kathedrale St. Stanislaus
Die Kathedrale St. Stanislaus ist das religiöse Zentrum Litauens. Sie wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut und präsentiert sich heute im klassizistischen Stil. In ihren Krypten ruhen bedeutende Persönlichkeiten des Großfürstentums Litauen.


2. Gediminas-Turm
Der Gediminas-Turm ist der letzte erhaltene Teil der Oberen Burg. Von hier hast du einen spektakulären Blick über die Altstadt. Er ist eng mit der Gründungslegende der Stadt verbunden.


3. Altstadt von Vilnius
Die Altstadt von Vilnius gehört zu den größten erhaltenen Altstädten Europas. Sie ist geprägt von barocken Kirchen, engen Gassen und historischen Bürgerhäusern. Seit 1994 zählt sie zum UNESCO-Welterbe.


Die Altstadt besticht mit ihren vielen kleinen Gassen und netten Lokalen und kleinen Geschäften.
4. Tor der Morgenröte


Das Tor der Morgenröte ist das einzige erhaltene Stadttor. Besonders bekannt ist die Kapelle mit einer wundertätigen Marienikone, die Pilger aus ganz Europa anzieht.
5. Kirche St. Anna
Die St.-Anna-Kirche ist ein Meisterwerk der Backsteingotik. Ihre filigrane Fassade zählt zu den schönsten in Europa. Der Legende nach wollte Napoleon sie nach Paris versetzen.


6. Universität Vilnius
Die Universität Vilnius wurde 1579 gegründet und ist eine der ältesten in Osteuropa. Besonders sehenswert sind die Innenhöfe und die barocke Architektur.

7. Republik Užupis
Die Republik Užupis ist ein kreatives Viertel mit eigener „Verfassung“. Es gilt als das „Montmartre von Vilnius“ und ist bekannt für Kunst, Humor und alternative Kultur.




Die Republik liegt zwischen 2 Flussläufen und soll inzwischen eines der teuersten Ecken in der Stadt sein, hat aber m. E. infrastrukturtechnisch einiges nachzuholen. Es unterhält „eigene Botschaften“ im Ausland; in Deutschland soll sie in Konstanz beheimatet sein.
8. Bastion
Die Bastion der Wehrmauer von Vilnius ist ein wichtiger Rest der einstigen Stadtbefestigung und zugleich ein Symbol für die militärische Geschichte der Stadt. Sie entstand im 16. Jahrhundert, wurde im Krieg mit Russland 1655–1661 stark beschädigt und später rekonstruiert; heute beherbergt sie ein Museum zur Verteidigungs- und Waffengeschichte Litauens.
Ihre Bedeutung liegt vor allem darin, dass sie eines der wenigen erhaltenen Elemente der alten Stadtmauer ist und einen direkten Einblick in die frühneuzeitliche Wehrarchitektur bietet. Zusätzlich ist sie heute ein kultureller Ort mit Aussichtspunkt und Ausstellung, also sowohl historisch als auch touristisch wichtig.























































